Interview.

„Höre niemals auf die Designer an ihre Limits zu bringen.“

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Designer Alexander Buckan im Gespräch zur Entstehung des Stuntbikes Concept Stunt G 310.

Das neue Stuntbike BMW Concept Stunt G 310 ist unübersehbar:
Das außergewöhnliche Design verrät, dass die Designer Spaß bei der Arbeit hatten.
Senior Designer Alexander Buckan erzählt im Gespräch mit BMW Motorrad vom Entstehungsprozess, Chris Pfeiffers Einfluss und den ersten Reaktionen auf das Bike.

BMW Motorrad: Wie viele Leute waren an dem Design beteiligt?

Buckan:
Design-Projekte entstehen mithilfe des ganzen Teams. Auch bei diesem Bike gab es da keine Ausnahme. Ola Stenegard, Volker Hohdorf, Vianney Selosse, Bianca-Maria Hoffmann und ich waren an dem Prozess beteiligt. Die Leitung übernahm Edgar Heinrich, Chef-Designer von BMW Motorrad.

 

 

 

BMW Motorrad: Welche Rolle hast Du dabei gespielt?

Buckan: Ich war der zuständige Senior Designer. Es ist schwer meine Rolle genau zu erklären – man könnte es als eine Art „Design Pate“ sehen – aber auch als eine Art Manager. Einer muss ja sicher gehen, dass jeder das macht was ich möchte [er grinst]. Aber Spaß beiseite: Ich manage die Designer und bin ein Bindeglied zwischen der Werkstatt, den Designern und den Marketing-Jungs.

BMW Motorrad: Wie schwierig war es diese aggressive und zugleich agile Designsprache zusammenzuführen?

Buckan: Ich würde nicht sagen „Wie schwierig war es...“. Für uns war es ein großartiges Vergnügen dieses Bike entwickeln zu dürfen. Wie oft bekommt man schon die Gelegenheit so etwas cooles erschaffen zu dürfen, bei dem man sogar Elemente weglassen darf? Normalerweise müssen wir bei Serienbikes Elemente entweder hinzufügen oder abdecken.

Senior Designer Alexander Buckan von BMW Motorrad im Interview.

Senior Designer Alexander Buckan von BMW Motorrad im Interview.

Senior Designer Alexander Buckan von BMW Motorrad im Interview.

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Die Idee.

Das Ergebnis.

 

BMW Motorrad: Wer hatte die Idee des „Stunt Hecks“ und wie gut funktioniert es in der Praxis?

Buckan: Die Idee wurde geboren als die Designer und Chris Pfeiffer sich zusammengesetzt haben. Normalerweise benutzen Stuntfahrer eine Einkerbung im Sitz, aber jetzt passt sich das aus Aluminium gefräste „Stunt Heck“ perfekt an Chris' Fuß an. Generell ist das gesamte Motorrad perferkt an Chris' Proportionen angepasst. Man könnte es mit einem maßgeschneiderten Anzug vergleichen. Präzision und Emotion sind die Anforderungen von BMW Motorrad – und dieses spezielle Heck ist Teil dieser Präzision – wir versuchen den anderen immer einen Schritt voraus zu sein!

 

 

BMW Motorrad: Was war Chris Pfeiffers Beitrag zu diesem Projekt?

Buckan: Wir haben Chris Pfeiffer gebeten uns zu unterstützen. Von Anfang an war er mit großer Leidenschaft dabei. Er kam zu uns nach München und wir haben angefangen das Projekt rauf und runter zu diskutieren und Ideen zu sammeln. Und nach ein paar Monaten wurde diese Stuntschönheit geboren.

 

 

Es ist teuflisch, es ist großartig und es schreit als gäbe es keinen Morgen mehr!
- Senior Designer Alexander Buckan

BMW Motorrad: Um was handelt es sich bei den speziellen Stuntänderungen?

Buckan: Zusammen mit Chris Fachkenntnissen haben wir zahlreiche Änderungen vorgenommen. Ganz besonders lag uns das bestmögliche Handling für die Fahrer am Herzen. Wir haben den Schalldämpfer zwischen dem Triebwerk und dem Stoßdämpfer montiert. Dort ist er gut geschützt und beeinträchtigt die Bewegungen des Fahrers in keinster Weise.

 

Und noch dazu klingt es gut; auch wenn du es nicht siehst, du wirst es mit Sicherheit hören – es ist teuflisch, es ist großartig und schreit als gäbe es keinen Morgen mehr! Es gibt einen verriegelbaren Gasgriff, um ein konstantes Tempo halten zu könne, ohne das der Fahrer seine Hand am Gasgriff haben muss. Wir haben eine zweite, größere Bremse am Heck, welche der Fahrer mit dem Mittelfinger der linken Hand betätigen kann, um das Hinterrad zu entschleunigen. Sie kann gleichzeitig mit der Kupplung bedient werden. Noch dazu gibt es die Fußrasten an der Frontachse und am Sitz, den roten Sturzbügel und vieles mehr.

 

Edgar Heinrich, Chefdesigner BMW Motorrad, überprüft hier das "Stunt Heck".

Edgar Heinrich, Chefdesigner BMW Motorrad, überprüft hier das "Stunt Heck".

Edgar Heinrich, Chefdesigner BMW Motorrad, überprüft hier das "Stunt Heck".

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BMW Motorrad: Wie war die Reaktion in Brasilien? Dort wurde es zum ersten Mal vor der Öffentlichkeit enthüllt.

Buckan: Zu Beginn waren sie skeptisch. Denn zunächst kam die Frage auf, wie wird die Qualität und Wertigkeit von BMW Motorrad in diesem kleinen Hubraum vereint werden. Aber nachdem die BMW Concept Stunt G 310 enthüllt wurde, waren sie erstaunt: ‚Wenn das die Antwort ist, dann Herzlich Willkommen in Brasilien, BMW!’ Sie sind sich nun sicher, wenn BMW ein ernstzunehmendes Produktionsbike entwickelt kann, dann wird diese Marke neue Maßstäbe setzen.

BMW Motorrad: Welche Lackierung – abgesehen von den brasilianischen Nationalfarben – würde gut an der G 310 aussehen?

Buckan: Ich weiß nicht, aber ich denke man kann sie mit einer schönen Frau vergleichen. Wenn die Proportionen stimmen, kannst Du ihr anziehen was Du möchtest und sie würde trotzdem gut aussehen.

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BMW Motorrad: Was für Elemente von dem fertigen Bike gefallen Dir am besten?

Buckan: Nichts! Das mag vielleicht komisch klingen, aber es liegt in der Natur eines Designers, dass man nie zufrieden ist. Wenn Du einen Maler zu seinem letzten Kunstwerk befragst, würde er Dir dasselbe sagen – das ist die Bürde der kreativen Jobs! Wäre man nicht hungrig nach weiteren Aufgaben, verfällt man in Bequemlichkeit und somit in Bedeutungslosigkeit.

Wenn Du keinen Drang verspürst etwas verändern zu wollen, dann bleibt alles beim alten! Jetzt Schluss damit, ich philosophiere zu viel. Aber vielleicht ist das die Antwort auf ‚welche Rolle hast Du dabei gespielt?’: Höre niemals auf die Designer bis an ihre Limits zu drängen.

Vielen Dank Alexander für das Interview!

Die BMW Concept Stunt G 310.

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